April 7, 2020

Forderungen

 

Forderung Nr. 1: Lohnerhöhung auf 13,70

Im letzten Jahr wurde der Mindestlohn in Bremen auf 11,13 € erhöht. Trotzdem fordern wir eine Lohnerhöhung auf 13,70 € für alle studentischen Hilfskräfte. Wir wollen mitbestimmen können wie viel wir verdienen, um nicht davon abhängig sein, wie wohlwollend die aktuelle Bremer Politik gerade gegenüber Lohnarbeitenden eingestellt ist. Bisher muss man es sich leisten können, studentische Hilfskraft zu sein. Auch der Mindestlohn ist zu wenig, um Miete, Studien- und Lebenserhaltungskosten abzudecken. Eine Erhöhung auf 13,70 ist notwendig, um davon leben zu können.

 

Forderung Nr. 2 : Dynamisierung des Lohns

Bis wir aktiv geworden sind, wurde der Lohn für uns SHKs über Jahre hinweg nicht erhöht. Dies soll sich nicht wiederholen. Deshalb fordern wir Gleichberechtigung mit den anderen Beschäftigten an den Hochschulen. Wenn sich deren Lohn erhöht, soll auch unserer erhöht werden.
Ein weitere Begründung sehen wir darin, dass unsere Kosten auch steigen. Schließlich müssen wir uns mit Mieterhöhungen, und höheren Semesterbeiträgen und Versicherungen rumschlagen.

 

Forderung Nr. 3: Erholungsbeihilfe für Gewerkschaftsmitglieder

Wir fordern zusätzlich eine Einmalzahlung von 75 € pro Jahr. Die sogenannte Erholungsbeihilfe kann als zusätzliches Urlaubsgeld gesehen werden. Warum wir das nur für Gewerkschaftsmitglieder fordern? Ganz einfach: SHK’s, die in ver.di oder GEW organisiert sind, machen‘s überhaupt erst möglich, dass wir einen Tarifvertrag verhandeln können. Neben ihren Jobs und dem Studium setzen sie sich ehrenamtlich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen aller SHK’s ein und das soll honoriert werden.

 

Forderung Nr. 4: Bezahlte Vor- und Nachbereitungszeit

Die Vor- und Nachbereitung von Tutorien, Workshops und Lehre ist Arbeitszeit. Leider wird dies in der Praxis sehr unterschiedlich gehandhabt und führt zu einer Ungleichbehandlung und Frust. Damit SHK’s und Tutor*innen nicht mehr vom Wohlwollen der Dozent*innen und Professor*innen abhängig sind, fordern wir eine klare Regelung im Tarifvertrag. Dies führt nicht nur zu mehr Gerechtigkeit, sondern verbessert die Qualität der Lehre.

 

Forderung Nr. 5: 30 Tage Urlaub

Der Urlaub für studentische Hilfskräfte in Bremen orientiert sich derzeit am gesetzlichen Minimum. Insbesondere bei Stellen mit weniger flexiblen Arbeitszeiten wird dieser, ohnehin schon geringe Anspruch, nicht nur zur Erholung verwendet. Oft wird Urlaub genommen, um die arbeitsintensiven Prüfungsphasen des Studiums überhaupt bewältigen zu können. Ähnlich wie beim Lohn wollen wir auch hier mitbestimmen, anstatt uns die Arbeitsbedingungen einseitig vorgeben zu lassen. Wir wollen mehr als das Minimum! Deshalb fordern wir eine spürbare Erhöhung des Urlaubsanspruchs auf 30 Tage.


 

Forderung Nr. 6: Regelung zu Arbeitsbefreiung, Sonderurlaub analog zum TVL 

In den aktuellen, gerade mal eine Din A4-Seite langen Verträgen werden solche Sachen nicht geklärt. Dies soll sich ändern, schließlich haben manche von uns SHKs auch Kinder oder pflegen Familienangehörige. Auch hier möchten wir mit den anderen Beschäftigten der Hochschulen gleichgestellt werden.

 

Forderung Nr. 7: Auszahlung des Lohns am Monatsende und nicht erst zur Mitte des Folgemonats

Die bisherige Praxis, den SHKs ihren Lohn erst zur Mitte des Folgemonats auszuzahlen, ist nicht mit der Lebenssituation vieler SHKs vereinbar. Rechnungen wie etwa Mietzahlungen sind in den meisten Fällen nicht erst Mitte des Monats fällig. Diese Regelung stellt für die meisten SHKs ein großes Problem dar, wenn sie über keine Rücklagen verfügen und auf regelmäßige und pünktliche Zahlungen angewiesen sind. Da die SHKs Pauschalen ausgezahlt bekommen und die Stundenzettel Performa Nord nicht direkt vorgelegt werden, macht der Auszahlungstermin für Performa Nord keinen Unterschied. Den SHKs würde es jedoch mehr finanzielle Sicherheit geben. Deshalb fordern wir die Auszahlung des Lohns am Monatsende.

 

Forderung Nr. 8: Das Recht auf unverzügliche Aushändigung eines Arbeitszeugnisses 

Wir leisten gute und wertvolle Arbeit für Forschung, Verwaltung und Lehre an den Hochschulen. Dies sollte gewürdigt werden. Deshalb soll häufiger die Möglichkeit genutzt werden, sich ein Arbeitszeugnis aushändigen zu lassen.

 

Forderung Nr. 9: Bereitstellung von Arbeitsmaterialien

Die Tätigkeit als studentische Hilfskraft setzt Zugang zu bestimmten Materialien voraus. Wir brauchen Softwares, um Aufgaben zu bearbeiten, Drucker, um Arbeitsblätter für Tutorien ausdrucken zu können sowie einen Arbeitsplatz, um in Ruhe Recherchearbeiten durchzuführen. Vielerorts an der Uni werden studentische Hilfskräfte nicht ausreichend ausgestattet oder über die Bereitstellungsmöglichkeiten informiert, sodass einige studentische Hilfskräfte auf eigene Kosten drucken müssen! Wir fordern daher, dass die Bereitstellung der Arbeitsmaterialien im Tarifvertrag festgeschrieben wird, um diese notfalls einklagen zu können.